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| "3 Tage Zeit für Helden"
war eine landesweite Aktion der Jugendarbeit in Bayern, die
vom 12. bis 15. Juli 2007 unter Beteiligung von Jugendgruppen
aus ganz Bayern dezentral stattfand. Jugendgruppen aus ganz Bayern zeigten in verschiedenen, lokalen Aktionen drei Tage lang, was junge Frauen und Männer ehrenamtlich in die Hand nehmen und leisten können: Sie stellten sich der Herausforderung, innerhalb von drei Tagen vor Ort eine gemeinnützige Aufgabe mit einem sozialen, kulturellen, gesellschaftlichen, politischen, integrativen oder ökologischen Schwerpunkt zu lösen - ohne diese Aufgabe vorher zu kennen. Ihren Inhalt erfuhren sie erst zu Beginn der Aktion. "3 Tage Zeit für Helden" war eine Gemeinschaftsaktion der Jugendarbeit in Bayern mit all ihren Mitgliedsverbänden, den Jugendringen, der Kommunalen und Offenen Jugendarbeit. Toll, was hier alles geschafft wurde! Vielen Dank an alle Beteiligten für Euer Engagement und Euren Ideenreichtum! Was geschaffen wurde kann beim Bezirksjugendring Mittelfranken nachgeschaut werden oder dirket unter www.zeitfuerhelden.de |
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An zwei Wochenenden im Mai wurde an fünf Orten im Stadtgebiet
die 10x15 Meter großen "Fußballkäfige"
aufgestellt. Orte an denen Fußballspielen normalerweise tabu
ist. Öffentliche Plätze im Zentrum oder Parkplätze
gehörten für einen Tag den Kindern und Jugendlichen: Spielen
war ausdrücklich erlaubt!. In vier Vorrundenspieltagen (Langwasser,
Aufseßplatz, Westbad und Schoppershof). mussten sich die Teams
für das große Finale am Jacobsplatz
qualifizieren.
Aufgeteilt in fünf Altersgruppen und eine Mädchengruppe
spielten über 180 Teams mit jeweils vier bis fünf Spieler
und Spielerinnen mit. Die Anmeldezahlen übertrafen damit bei
weitem die Erwartungen der Organisatoren. Gab es doch zahlreiche
Konkurrenzveranstaltungen. Insgesamt waren fast 1000 Teilnehmer/innen
aus 49 verschiedenen Herkunftsländern beteiligt (u.a. Angola,
Brasilien, Elfenbeinküste, Irak, Kongo, Kasachstan, Sri Lanka,
Vietnam oder Kolumbien). Einige Altersgruppen waren bereits nach
kurzer Anmeldezeit ausgebucht.
Das nicht nur Tore zählen, war ein großes Anliegen des Kooperationspartners "Integration durch Sport" des Bayerischen Landes-Sportverbandes. So entschieden bei Punktgleichheit zweier Teams die zuvor gesammelten Fairnesspunkte der Schiedsrichter - ein tolles Wertungssystem. Manche Spieler haben bei diesem Turnier mehr Hände freundschaftlich nach einem Foul geschüttelt, als in ihrer ganzen Spielerkarriere zuvor. An jedem Spieltag wurden die Sieger und Platzierten geehrt. Neben einem T-Shirt des Unterstützers Norisbank konnte jeder tolle Sachpreise der Firma Staedtler und von Soccerfirst mitnehmen. Geehrt wurden immer auch die Internationale Mannschaft und der Fairnesssieger. Für die Organisatoren (Jugendamt, Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, der Evang. Jugend Nürnberg/Eichenkreuz Nürnberg, Sportjugend Nürnberg, BLSV-Projekt "Integration durch Sport" sowie das Nürnberger Fanprojekt Xit) und Helfer war nach der letzten Siegerehrung bei den Vorrundenturnieren noch lange nicht Schluss. Das was am Morgen aufgebaut wurde (u.a. Courts, Zelte, Stände), musste wieder auf die Anhänger verladen werden, damit es wenige Stunden später an anderer Stelle wieder aufgestellt werden konnte. Fünf Spielorte - fünf Mal das gleiche Procedere. Eine Leistung, die auch einen "Sonderpreis" verdient hätte und alle Beteiligten sportliche Fitness abverlangt hat.
Bürgermeister Förther bei der Pokalübergabe
Beim großen Finale auf dem Jacobsplatz warteten neben den Platzierungsspielen ein buntes Rahmenprogramm mit Sportmobil, Hüpfburg, Bungee-Run, Torschussmessanlage und einer Showbühne. Nach jeder Altersklasse verwandelte sich die Showbühne zum Siegerpodest. Sozialreferent Reiner Prölß und zahlreiche Repräsentanten aus Bundes-, Land- und Bezirkstag sowie dem Stadtrat überreichten die Medaillen und Preise. Auf die Gewinner und Platzierten warteten tolle Preise. Wertvolle Freikarten der Bundesligavereine 1. FC Nürnberg, Bayern München, Greuther Fürth und TSV 1860 München fanden große Begeisterung. Die Nürnberger Firmen Staedtler und Soccerfirst stifteten hochwertige Sachpreise. Das Bühnenprogramm mit Beiträgen aus Nürnberger Jugendhäusern wurde von der "fabelhaften Betty Beck" moderiert. Dort wurde auch der Streetsoccersong uraufgeführt. Die Gruppe "Hawks Muzik" hatte ihn speziell für den Cup komponiert und getextet. Die Sieger und alle teilnehmenden Mannschaften können auf der Homepage www.streetsoccercup2006.de abgerufen werden. Die Organisatoren sind fest entschlossen 2007 den 2. Nürnberger Streetsoccercup 2007 zu veranstalten.
Kaum waren die Courts vom Soccercup abgebaut stand der Aufbau des Internationalen Jugendcamps an. Auf der städtischen Sportanlage an der Deutschherrenstraße entstand in nur zwei Tagen Aufbauzeit eine kleine Campstadt. Für ca. 200 Teilnehmer/innen, Betreuer/innen und Organisatoren wurde unter der fachmännischen Leitung der Jugendorganisation SDJ-Die Falken und zahlreichen Mitabeitern aus den Einrichtungen des KJR und des Jugendamtes sowie der Sportjugend über 25 Unterkunfts- und Aktivitätenzelte sowie ein großes Veranstaltungszelt aufgebaut. Vom Biodienstleister Greencooking entstand in wenigen Stunden ein wunderschönes Küchenzelt indem für die nächsten neun Tage leckeres Essen unter dem Motto "100 % Bio" zubereitet und stillvoll angerichtet werden sollte. Für alle Teilnehmer standen im Notfall einer ärztlichen Versorgung ein Rettungswagen des ASB, sowie ein Sanitätszelt mit entsprechender Besetzung rund um die Uhr zur Verfügung. Die zahlreichen Strom- und Wasserleitungen, also die gesamte technische Infrastruktur, wurde sicher und gründlich von der THW-Jugend Nürnberg verlegt.
Alles musste pünktlich vor dem Eintreffen der ersten Gäste aus dem Ausland fertig sein. Die Welt zu Gast bei Freunden war das Leitmotto in der über zweijährigen Vorbereitungszeit. Annette Dahms vom KJR ist es in mühevoller Kleinarbeit gelungen elf Nationen, Jugendliche und Betreuer/innen aus den Partnerstädten der Stadt nach Nürnberg zu locken. Am 10. Juni wurden alle von den Vertretern des Veranstalters Jugendamt, KJR und Sportjugend begrüßt. Das Programm konnte starten. Zehn Tage Campleben sollte das Motto der WM sprichwörtlich erlebbar machen.
Die pädagogische Betreuung der ausländischen Gäste erfolgt über insgesamt 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem "Gastgeber"-Projekt der Stadt Nürnberg. Vorrausetzung an der Betreuung war die Fähigkeit, der jeweiligen Muttersprache bzw. der englischen Sprache mächtig zu sein. Diese Volunteers betreuten die Jugendlichen unendgeldlich und waren wie viele andere Mitarbeiter fast rund um die Uhr auf dem Camp im Einsatz. Eine dieser engagierten Volunteers war Doris Walchshöfer aus der Kreisjugendleitung Nürnberg. Seit mehreren Jahren ist sie für den internationalen Jugendaustausch der Sportjugend Nürnberg verantwortlich.
Um auch den Jugendlichen im Vorfeld die Kommunikation untereinander
zu ermöglichen, und um sich über das Camp zu informieren,
wurde eigens eine Homepage erstellt. Die Jugendlichen hatten auf
der Internetseite unter www.youthcamp-nuernberg.de
die Möglichkeit, sich und ihr Land vorzustellen und Kontakte
zu knüpfen.
Ein vielfältiges Programmangebot im und außerhalb des
Camps stand täglich zur Verfügung. Die abendlichen Veranstaltungen,
die sportlichen Angebote und die Ausflüge waren bei den Jugendlichen
besonders beliebt. Die offizielle Begrüßung der Stadt
fand durch den Sozialreferenten in der Ehrenhalle des Rathauses
statt. Ein Internetworkshop auf dem Camp bot den Jugendlichen die
Möglichkeit ihr Wissen über dieses Medium zu erweitern.
Die mobile Jugendarbeit mit dem Doppelstockbus bot den Gästen
Computerspiele und alkoholfreie Cocktails an, um die Hemmschwelle
der Kontaktaufnahme zu erleichtern.
Der fränkische Biergarten sorgte dafür, dass alle Fußballspiele
auf Großleinwand in einem extra dafür aufgestellten Zelt
verfolgt werden konnte. Die angebotenen Getränke wurden zum
Selbstkostenpreis abgegeben. Völlig umsonst konnten alle Teilnehmer/innen
die Trinkwasserbar der N-ERGIE genießen. Die heißen
Temperaturen sorgten für einen riesigen Durst bei allen Besuchern.
Weitere interessante Programmpunkte waren kulturelle Workshops und
Konzertveranstaltungen.
Um das Campleben auch noch zu einem späteren Zeitpunkt live erleben zu können, wurde vom Medienzentrum Parabol ein Film live vor Ort gedreht. Parabol begleitete die Jugendlichen auch bei den Aktivitäten außerhalb des Camps. Dazu gehörte auch ein Stadionbesuch, eine spannende Werksbesichtigung der Firma Staedtler ( wie kommt die Mine in den Bleistift?) und eine ausgelassene Fahrt ins Fränkische Seenland. Eine pädagogisch betreute Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit wurde durch dokupäd (Pädagogik rund um das Dokuzentrum) des KJR angeboten. Neben Stadtrundgängen stellte der Besuch der Ausstellung im Dokuzentrum einen weiteren wichtigen Programmpunkt da. Ein besonderes Ereignis war die Teilnahme an einer Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Dachau. Die israelischen Jugendlichen wurden von über 40 anderen Jugendlichen, aus sieben Ländern, begleitet und bei diesem schweren Gang in die dt.-jüdische Vergangenheit emotional stark unterstützt.
So schnell wie das Camp aufgebaut wurde, so zügig verschwand
es auch wieder mit tatkräftiger Unterstützung von Günter
Stark. Nicht nur der Abschied von den Gruppen aus Antalya (Türkei),
Charkiw (Ukraine), Glasgow (Schottland), Hadera (Israel), Krakau
(Polen), Nizza (Frankreich), Prag (Tschechien), San Carlos (Nicaragua),
Skopji (Mazedonien) und Shenzhen (China) bewegte die Teilnehmer/innen
am Camp. Auch den Organisatoren und unzähligen Helfer/innen
war die Wehmut zum Ende des Camps ins Gesicht geschrieben. 
Zum Abschluss des Berichtes geht ein ganz besonderer Dank der Sportjugend
Nürnberg an die Mitorganisatoren Monica Klinkhammer und Marlene
Molitor (Jugendamt) sowie Walter Teichmann (KJR) und die Jugendorganisationen
THW-Jugend, SDJ-Die Falken und die ASB-Jugend. Für die kostenlose
Überlassung der Sportstätte danken wir dem Sportbürgermeister
Horst Förther und dem SportService Nürnberg und allen
Anwohnern der Deutschherrenstraße für die freundliche
und verständnisvolle Aufnahme im Stadtteil.
Die Nürnberger Jugendarbeit war für elf Tage ein guter
Gastgeber und freut sich nach 2000 (anlässlich des Stadtjubiläums)
und 2006 auf das nächste Camp - einen Anlass und Geld wird
sich dann sicher wieder finden lassen.